Zwerg Wüstengeckos

Tropiocolotes steudneri, Zwerg Wüstengeckos.


Vorkommen Nordafrika - Algerien bis zum Rote Meer und gegen Süden bis Sudan.

Diese feingliedrigen hellbraunen Geckos werden nur ca 6cm - 8cm lang. Davon ist die knapp die Hälfte Schwanz. Sie haben hell- und dunkelbraune Flecken, darduch sind sie auf Sandboden gut getarnt. Seitlich am Kopf zieht sich ein dunkelbrauner Strich von der Schnauzenspitze bis zum Hals hin. Ihre Haut ist sehr dünn, darum zeichnet sich der Magen und andere Innereien der Tiere durch dünklere Stellen im Bauchbereich ab.
Ihre Lebenserwartung beträgt ca 3-5 Jahre.

Die Weibchen werden etwas grösser als die Männchen. Tropiocolotes steudneri können bei Gefahr den Schwanz abwerfen, darum ist, wenn man sie mal einfangen muss, grösste Vorsicht geboten. Er wächst wieder nach, doch so schön wie der erste wird der zweite nicht mehr.

Sie leben in Wüstengebieten, auf Sand, zwischen Steinen und Geröll. Gebiete ohne grössere Schattenspender meiden sie. Jedoch sind die kleinen Kerlchen auch oft in besiedelten Gebieten anzutreffen.
Laut Literatur sind sie nachtaktiv, allerdings sind sie auch am Tag öfters mal unterwegs.

Unsere 5 Zwergleins leben in einem 60*40*40 cm Terrarium. Da sie ein sehr geringes Agressionsverhalten gegenüber Artgenossen haben, ist die Haltung von mehreren Tieren gemischten Geschlechtes kein Problem. Das Terrarium ist mit einer grossen Mangrovenwurzel sowie zwei Korkstücken, einem Stein, einer Höhle und dem Trinkgefäss bestückt. Als Bodengrund verwenden wir dunklen Sand, ungefähr 2cm hoch.
An der wärmsten Stelle wird eine Temperatur von ca 40°C erreicht und in der kühlsten Ecke sind ca 26°C. In der Nacht sinkt die Temperatur auf ca 18°-22°C. Die Kleinen liegen am Tag mehrmals zu oberst auf dem Kork um sich aufzuwärmen, ich sehe sie allerdings praktisch nie in der kühlen Ecke.
Im Winter werden sie kühler gehalten, da wird es am Tag nicht wärmer wie Raumtemperatur und in der Nacht sinkend bis ungefähr 16°C.

Als Futter werden Microgrillen oder Drosophila's angeboten. Futtergrösse einfach nicht grösser als Kopfgrösse.
Meine bevorzugen die kleinen Fliegen den Microheimchen und Grillen deutlich. Jedes zweite Mal werden die Futtertiere mit Vitaminen bestäubt.

Dadurch, dass das Wassergefäss sehr flach ist, verdunstet das Wasser drin innerhalb von zwei Tagen. Um zu gewährleisten dass die kleinen immer Wasser zur verfügung haben, sprühe ich jeden Tag den kleinen Napf wieder voll. So haben sie auch immer eine Ecke im Terrarium wo der Sand leicht feucht ist.

Bei der Jagt, wenn sie sich anpirschen, wedeln sie langsam aber heftig mit dem Schwanz. Dabei bewegt sich das ganze Tier auf eine irgendwie sehr elegant wirkende Art. Wenn das Futtertier nah genug ist wird es mit einem Satz nach vorne gepackt und gefressen.
Dieses Schwanzwedeln kann man auch beobachten wenn sich zwei Tiere einander nähern. Meist verschindet dann eines der Tiere relativ schnell. Wenn nicht, umkreisen sie sich ein paar mal und machen einen wohl bedrohend wirkenden Buckel, wie man es von Katzen kennt. Danach gehen beide in eine andere Richtung davon. Tropicolotes Steudneri brauchen für ihre kleine Grösse relativ viel Futter. Jungtiere werden bei mir jeden Tag gefüttert, adulte jeden zweiten bis dritten Tag. Dann verputzen sie allerdings gleich mehr wie man auch nur annähernd erwarten würde.

Im Frühling beginnt auch bei ihnen die Paarungszeit, in der man vermehrt grillen-zirp-artige Geräusche aus dem Terrarium hören kann. Diese Laute dienen wohl der Partnerfindung oder um ein Revier zu verteidigen. Ca. vier Wochen dauert es bis das Weibchen ein Ei ablegt. Dieses Ei ist gegen Ende der Tragezeit deutlich sichtbar.
Das Ei wird vom Weibchen im Sand vergraben oder wenn ihr das Substrat nicht passt, einfach offen in den Sand gelegt. Dort kann man es belassen und ungefähr 60-80 Tage später, je nach Temperatur, schlüpft das Jungtier. Natürlich kann man das Ei auch ausserhalb des Terrariums zeitigen, da die Tiere ihren Jungen aber nichts machen, muss man nicht das Risiko eingehen die kleinen Eier kaputt zu machen. Die Jungtiere sind beim Schlupf gerade mal knapp 2cm lang. Auch sie ernähren sich von kleinen Insekten.