Hakennasennattern

Heterodon Nasicus

Die Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus) hat ein relativ grosses Verbreitungsgebiet, von Südkanada bis Mexiko.
Ihr Aussehen gleicht auf den ersten Blick gewissen Klapperschlangenarten, z.B. Sistrurus catenatus tergeminus oder Crotalus viridis. Dies, verbunden mit ihrem agressiven Verhalten hält schon viele Feinde davon ab ihr zu Nahe zu kommen


Die hübsche nach oben gebogene Nase, welcher sie wohl auch ihr Name zu verdanken hat, dient wahrscheinlich in erster Linie dazu Frösche und Kröten welche sich an den Boden pressen, besser fressen zu können. Beim graben im Sand wird sie sicherlich auch hilfreich sein.


In Gefangenschaft ernährt sie sich von Mäusen und jungen, kleinen Ratten. Diese sollten allerdings nur tot verfüttert werden, da die Hakennasennattern ihre Beute nicht erst töten, sondern gleich mit dem Runterschlingen beginnen. Bei uns bekommen sie nur aufgetaute Tiefkühlmäuse/ratten. Die Nasen sind bekannt für ihr ungeschicktes Fressverhalten. Sie beginnen nicht wie die meisten Schlangen am Kopf der Beute, sondern dort wo sie die Beute eben gerade erwischen. Dies kann durchaus auch in der Mitte der Maus sein und dann wird quer gefressen.
Im Terrarium lebt sie bei Temperaturen von 23°C-35°C beim Sonnenplatz. In der Nacht können die Temperaturen auf 20°C runter sinken. Sie haben keinen sehr grossen Anspruch an das Licht, jedoch bin ich der Meinung das sie als Wüstenbewohner auch eine entsprechende UV-Beleuchtung verdient haben.
Wir halten unsere Hakennasennattern auf Sand und Erde. Auf der einen Seite hat es ca 8cm Erde und auf der anderen Desert Bedding Sand. Natürlich ist jedes Terrarium mit einer Wetbox mit feuchtem Spagnummoos ausgerüstet, der restliche Bodengrund ist trocken. Als Einrichtungsgegenstände sind verschiedene Verstecke aus Kork, Kokosschalen und grossen Wurzeln vorhanden. Bitte immer aufpassen das sich die Tiere nicht unter einen schweren Gegenstand graben können, sie könnten erdrückt werden. Zum Klettern haben sie grössere oder kleinere Äste drin. Sie sind allerdings keine wirklich guten Kletterer. Ein Wassergefäss darf natürlich auch nicht fehlen.


... verstecken will gelernt sein....

Es sieht mich keiner.



Sie erreichen ein Alter von ca. 15 bis 18 Jahren.
Wie ihr Name schon besagt, gehört sie zur Familie der Nattern. Sie gehört zu den ungleichzähnigen Nattern (Trugnattern). Demnach hat sie opistoglyphe (hintenstehende) Giftzähne.
Das Gift ist sehr schwach und für Menschen nicht tödlich, bei Allergikern ist es trotzdem nicht zu unterschätzen. Heterodon nasicus sind bekannt für ihr extremes Agressionsverhalten. Bei Gefahr richtet sie sich auf und spreizt den Hals im Stil einer Kobra während Zisch- und Fauchlaute zu vernehmen sind. Wenn dies den Feind oder eben den Besitzer nicht genügend beeindruckt, so dass er von ihr ablässt, springt sie mit geschlossenem Maul auf den Angreifer zu.

Diese Scheinbisse sind auf jeden Fall bei mir sehr wirkungsvoll.... ;) Mir sind keine Bissunfälle bekannt welche nicht beim Füttern, aus Unachtsamkeit des Halters, passiert sind. Ihr ganzes Getue ist alles nur ein grosser Bluff welcher doch aber gut funktioniert. Es heisst ja nicht umsonst gut geblufft ist halb gewonnen. Hakennasennattern in der Natur oder selten auch Nachzuchten früh nach dem Schlupf zeigen noch ein extremeres Verhalten wenn sie Angst haben: Wenn alles giftige Getue keine Wirkung zeigt, drehen sie sich auf den Rücken und lassen über ihr Scutum anale eine fischig riechende, klebrige, milchig weiße Flüssigkeit austreten und durch übermäßige Anspannung der Halsmuskeln bluten sie aus dem Mund. Dadurch verhindern sie, dass sie von Raubtieren gefressen werden. Das mit der üblem Flüssigkeit machen sie relativ oft, auch wenn sie älter sind, das Totstellen, habe ich jedoch nur bei ganz jungen Tieren erlebt.

Die Hakennasennattern erreichen im Regelfall eine Körperlänge von 41–65 cm, wobei die Weibchen generell um einiges grösser und gedrungener werden. Die Rekordlänge liegt bei 154 cm, was allerdings eine absolute Ausnahme ist. Weibchen und Männchen zu unterscheiden ist bei Heterodon nasicus relativ einfach. Beim Männchen ist der Schwanz viel länger als beim Weibchen. Wenn man zwei Tiere direkt miteinander vergleichen kann ist es sehr deutlich zu sehen.


Ihre Paarungszeit liegt zwischen März und Mai.
Damit sie sich erfolgreich paaren ist allerdings eine Winterruhe bei ca. 10°C für 2-3 Monate einzuhalten. Ich habe mir für die Winterruhe meiner Tiere zwei Getränkekühler gekauft welche zwischen 6°C-18°C eingestellt werden können. Da rein kommen die verschiedenen Boxen in welchen jeweils ein Tier überwintert.
Das Männchen wird zuerst aus der Winterruhe geholt, um ihn schon mal zu füttern. Da er während der Paarungszeit, in der Regel, keine Nahrung zu sich nimmt.
Wenn dann das Weibchen auch wieder im Terrarium ist, setze ich ihn gleich dazu. Den Rest erledigen die zwei dann von alleine...

Eiablage

Nicht ganz zwei Monate später, sieht es dann, wenn die Dame eine gute Ablagebox gefunden hat, so aus. Sie legen im Normalfall 5-15 Eier.
Die Eier werden bei ca. 27C° und 95% Luftfeuchtigkeit inkubiert. So schlüpfen nach ca. 56 Tagen die ersten Jungtiere. Die Schlüpflinge haben relativ lange bis sie sich zum Ei rausgewunden haben. Der gesamte Schlupfvorgang kann bis zu drei Tagen dauern.
Bei der Aufzucht der Jungen braucht man manchmal etwas Geduld bis die kleinen ans Futter gehen. Wenn sie allerdings mal den Geschmack an Pinkies gefunden haben, sind sie gute und spannende Pfleglinge.

und ich bin der stolze Papa...