Amurnattern

Mockä am Anfang der Häutung

Elaphe schrencki ist sehr gross gewachsen und wird für eine Natter eher kräftig. Ausgewachsen werden sie in der Regel 150 - 180 cm lang, vereinzelt kommen Exemplare vor, die länger als 2 m werden, was jedoch die Ausnahme ist.







Junge Amurnattern sind dunkelbraun, mit hellen, zwischendurch unterbrochenen Bändern, welche vom Auge über die Mundwinkeln nach hinten laufen.
Im Verlauf der Entwicklung, mit jeder Häutung, verändern sich Färbung und Zeichnung jedoch gravierend.
Adulte Tiere sind deutlich dunkler, von dunkelbraun bis schwarz und sie weisen unregelmäßig geformte weisse oder gelbe Querbinden auf. Weibchen und Männchen können auf den ersten Blick nicht unterschieden werden.


Die Mädels am sonnen.

Wegen ihrer Grösse, jedoch auch weil sie sehr bewegungsfreudig sind, benötigen sie ein grosses Terrarium.
Die Tiere sind sehr aktiv und nutzen die gesamte Terrarienfläche sowie auch die Rückwand zum klettern, rumkriechen oder einfach da liegen. Es dürfte für diese Tiere also immer grösser sein!

Die Amurnatter hat ein Verbreitungsgebiet von der ostsibirischen Region Russlands über die Mongolei bis nach China auch auf Korea soll sie auch vorkommen. Im Süden wird sie durch Elaphe anomala (früher Elaphe schrencki anomala) abgelöst, über diese Tiere habe ich allerdings keine weiteren Informationen. Elaphe schrenckii sind im Flachland ebenso zu finden, wie in Höhenlagen bis zu 2000 m, allzu warme Temperaturen mögen sie allerdings nicht..
Genau wie Elaphe dione teilt Elaphe schrencki ihr Areal mit verschiedenen Grubenottern-Arten.

Pflänzli an ihrem Lieblingsplatz

Ihre Herkunft gibt selbstverständlich auch vor bei was für Temperaturen sie sich bei uns in den Terrarien wohl fühlen. Es sollten Temperaturen zwischen 20°C und 26C° herrschen. Wenn es über 30°C wird, was man im Sommer leider nicht immer verhindern kann, sollte die Luftfeuchtigkeit auch erhöht werden.
Die Tiere werden, wenn es ihnen zu heiss ist, nicht mehr fressen und sich die kühlste Stelle im Terrarium suchen, was durchaus auch das Wasserbecken sein kann. Ich habe meine Schrenckis noch nie (ausser eben bei 33°C) baden sehen, es wird allerdings geschrieben das sie scheinbar gerne baden auch wenn es nicht übermässig heiss ist.
In der Nacht darf es auch ruhig mal etwas kühler werden, dies macht ihnen absolut nichts aus.
Die Luftfeuchtigkeit ist bei uns um die 60% rum. Zur Häutungsunterstützung haben sie eine Feuchtbox mit immer feuchtem Spagnummoos.

Der Bodengrund im Terrarium besteht zu 2/3 aus Tierwohl und 1/3 aus Reptibark. Allerdings bevorzugen unsere Amurnattern das Tierwohl eindeutig. Sie buddeln sich dort viel mehr ein wie auf der anderen Seite und sie haben auf beiden Seiten unterschiedliche Temperaturen, daran kann es also nicht liegen.
Was sie ausserdem auch lieben ist Blumen oder Pflanzen auszutopfen. Wer also echte Pflanzen ins Terrarium stellt sollte sicher gehen das es egal ist wenn die Wurzeln auch mal freiliegen. Denn sonst geht das Grünzeug doch sehr schnell kaputt. Von daher kann ich Efeutute (epipremnum pinnatum) nur empfehlen.


Futtertechnisch sind Amurnattern nicht wirklich heikel. Sie fressen was ihnen vorgehalten wird. Jungtiere werden ca. alle 4 Tage gefüttert, wenn sie älter werden wird der Intervall vergrössert bis auf 10 Tage bis gut drei Wochen. Es kann durchaus sein das es mal drei Wochen oder etwas länger kein Futter gibt danach dafür gleich zweimal kürzer hintereinander. Dies ist immer von verschiedenen Faktoren abhängig.
Die Futtertiere entsprechen von der Grösse her in etwa der dicksten Stelle der Schlange, bis höchstens 1.5 mal so dick. Unsere ausgewachsenen Amurnattern fressen mittlerweile kleine Ratten. Wir füttern sie mit frischtoten Mäusen oder Ratten oder mit Frostfutter. Sie sind nicht sehr geschickt wenn es ums erwürgen geht, es kann gut passieren dass sie zwei- dreimal zu beissen müssen damit sie das Futtertier auch wirklich richtig erwischen. Ausserdem gehen sie problemlos an schon tote Mäuse und Ratten und töten die manchmal noch ein zweites Mal. Auch Jungtiere gehen meist sehr einfach ans Futter. Maus reinlegen und warten, 5 Minuten später ist sie dann weg und der Wurm etwas dicker....



Damit man überhaupt das Vergnügen von Nachzuchten erleben darf oder kann, ist zwingend eine Winterruhe einzuhalten. Ich bin der Meinung, dass alle Tiere die in der Natur Winterruhe halten, dies auch im Terrarium machen sollten. Nicht nur um den Sexualtrieb anzuregen, sondern auch weil Terrarientiere eher zu dick sind wie zu dünn. Gesunde Tiere nehmen während der Winterruhe nicht viel ab, aber trotzdem tut es ihnen gut.

Da Amurnattern aus eher kälteren Regionen kommen überwintern sie auch relativ kalt und lange. Bei uns wird im Oktober das Licht langsam reduziert und das Futter ende Oktober eingestellt. Mitte November gehts in die Überwinterungsbox und in der in den Getränkekühler in dem ca 18°C ist. Da bleiben sie ein paar Tage und dann wirds wieder 3Grad kühler und so runter bis auf 6-8°C. Im Februar wirds langsam wieder Frühling und so gehts Schritt für Schritt wieder zurück ins Terrarium, Temperaturtechnisch einfach den umgekehrten Weg. Danach können dann schon bald die ersten Paarungen beobachtet werden und nach ca 1.5 Monaten kann man dann langsam Ostern spielen und Eier suchen.
Die Eier werden bei 26.5°C und 96%LF ausgebrütet und so schlüpfen nach ca 53 Tagen die Jungtiere.



Aufnahme vom 16.6.2010 schlupf Schrencki Nummer 3